Grenzübergreifende Zusammenarbeit bringt neue Küche für das Heemhuis Ootmarsum
Seit September 2025 verfügt der Verein Heemhuis Poort en Frederik in Ootmarsum über ein neues Domizil am Kerkplein. In einem Heemhuis, in dem verschiedene Gruppen und Vereine zusammenkommen, darf eine gut ausgestattete Küche natürlich nicht fehlen. Und genau diese Küche hat eine besondere Geschichte.
Der Vorsitzende Hans Bolscher erzählt, wie die Idee entstand: „Früher waren wir in einem kleinen Mühlenhaus beim Freilichtmuseum untergebracht. Unsere alte Küche wurde damals vom ROC van Twente gebaut. Eines unserer ehemaligen Vorstandsmitglieder stellte diese Verbindung her und erwähnte auch den Namen von Rob Rouwers. Da dachten wir schnell: Warum sollten wir das nicht noch einmal als Projekt mit Auszubildenden umsetzen?“
Dieser Gedanke bildete den Ausgangspunkt für eine neue Zusammenarbeit. Rob Rouwers erinnert sich an die Anfänge: „Zunächst musste ich überlegen, wie wir das im Bildungsbereich organisieren können. Letztlich fügte sich jedoch alles perfekt im Rahmen einer Interreg-Zusammenarbeit mit der BTA in Ahaus zusammen.“
Es folgte ein besonderes grenzübergreifendes Projekt. Auszubildende des niederländischen RIBO und der deutschen BTA arbeiteten gemeinsam an der Planung und Umsetzung der Küche. Hans berichtet: „Die Zusammenarbeit verlief hervorragend. Mitarbeitende des RIBO kamen zu uns, um alles auszumessen und erste Entwürfe anzufertigen. Später bin ich selbst zum RIBO gefahren, um die technischen Zeichnungen anzusehen. Dabei saßen auch die deutschen Partner mit am Tisch. Das war wirklich etwas Besonderes: Niederländer und Deutsche arbeiteten gemeinsam an einem Entwurf.“
Die internationale Zusammenarbeit brachte auch einige Herausforderungen mit sich. „Vor allem bei den technischen Details wurde ständig zwischen Niederländisch und Deutsch gewechselt“, so Hans. „Aber genau das machte das Projekt auch so interessant.“
Für Rob lag die besondere Stärke vor allem im gemeinsamen Arbeitsprozess: „Die Auszubildenden arbeiteten in deutsch-niederländischen Projektgruppen. Gemeinsam entwarfen und fertigten sie die Küche. Das unterscheidet dieses Projekt von einem klassischen Austausch. Es ging nicht nur um gegenseitige Besuche, sondern darum, gemeinsam etwas zu schaffen.“
Konkret wurde die Zusammenarbeit dadurch, dass die Auszubildenden tatsächlich auf beiden Seiten der Grenze arbeiteten. „Wir haben eine ganze Woche dafür eingeplant: Die niederländischen Auszubildenden fuhren nach Ahaus, während die deutschen Auszubildenden in unserer Werkstatt tätig waren“, erzählt Rob. „So entstand nicht nur ein gelungenes Endprodukt, sondern auch eine wertvolle Lernerfahrung.“
Das Ergebnis kann sich sehen lassen: eine funktionale und moderne Küche, die perfekt in das neue Heemhuis passt. Vielleicht noch wichtiger ist jedoch die Geschichte dahinter; eine Geschichte von Zusammenarbeit, handwerklichem Können und gelebter grenzübergreifender Verbundenheit.


